Professor Herberger über das Projekt „Deutsch-usbekischer Juristendialog“

Prof. Dr. Maximilian Herberger

Wie ist die Idee des deutsch-usbekischen Juristendialogs entstanden?

Eines Tages sind wir mit Herrn Samandar Atoev, unseren Doktoranden aus Usbekistan, im gemeinsamen Gespräch auf den Gedanken gekommen, im Internet die Erfahrung, die wir im Dialog miteinander gemacht haben, auch anderen zu kommunizieren. Das hat sich dann so konkretisiert, dass wir auf die Form eines Blogs gekommen sind, dass es uns erlaubt, in zwangloser Weise all das zur Sprache zu bringen, was für uns im deutsch-usbekischen juristischen Verhältnis von Bedeutung ist.

In welcher Hinsicht könnte das Projekt für die Juristen nützlich sein?

Den größten Nutzen sehen wir darin, dass man Dinge wahrnimmt, die man vorher nicht gesehen hat. Ich habe insofern aus den vorbereitenden Gesprächen und auch aus den ersten Texten, die publiziert wurden, außerordentlich viel über die usbekische juristische Welt gelernt: auch über die dortigen Internetaktivitäten, über die Aktivitäten in der juristischen Ausbildung, etwa die besonders interessante Legal Clinic. Und darin sehe ich eigentlichen Hauptnutzen, Dinge wahrzunehmen in einem entfernten Land, die von Bedeutung sind, die man vorher einfach nicht gesehen hat. Natürlich kann man sich noch fachliche Vertiefungen vorstellen, sodass dann auch ein fachlicher Nutzen entstehen würde. Aber das ist eigentlich die Phase zwei.

Wie der Name schon sagt, ist der Dialog in erster Linie für Juristen gedacht. Für wen noch kann der Juristendialog von Nutzen sein?

Wir wollen bei dem fachlichen Fokus auf die Juristenwelt bleiben. Aber natürlich interessieren sich auch andere Berufsgruppen für das Juristische. Da es ja auch eine Nähe zur Politik im Allgemeinen aufweist, sodass auch Politiker und Journalisten durchaus Nutzen ziehen könnten aus dem, was wir hier miteinander an Gedanken austauschen. Wir denken besonders an die Jurastudenten sozusagen die künftigen Juristen, die gleich in eine solche Dialogkultur zwischen zwei Ländern hineinwachsen sollen. Und am Ende lässt sich auch nicht ausschließen, dass eine breitere Öffentlichkeit Interesse finden könnte an diesen Themen. Aber das wird die Zukunft zeigen.

Was erwarten Sie von dem Projekt in der Zukunft?

Eigentlich, dass sich alle Hoffnungen, die ich in bisherigen Antworten schon angedeutet hatte, verwirklichen lassen und dass wir am Ende besser verstehen, was im deutsch-usbekischen Juristendialog für alle Beteiligten wichtig ist.

Ihre Wünsche an die Besucher dieser Webseite?

Der Hauptwunsch wäre, dass die Besucher mit uns in einen Dialog treten und aktiv dazu beitragen, diese Webseite so weiter zu entwickeln, dass den jeweiligen Interessen ausreichend Rechnung getragen wird. Wir hoffen sehr, dass Institutionen in Usbekistan auch als Institution Interesse an die Projekte entwickeln und dass wir ins Gespräch darüber kommen können, wie wir zu einem institutionellen Verbund rund um die Webseite kommen können.

Gespräch geführt: Binafsha Kalandarova

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